Motorradhelm Kaufberatung | Ultimativer Helm Guide

Shoei Glamster Retro Helm

Wie findet man den richtigen Motorradhelm? Diese Motorradhelm Kaufberatung hilft dir bei der Suche nach dem perfekten Motorradhelm.

Inhalt

Dein Kopf verdient es, gut geschützt zu werden. Neben seiner Funktion als Lebensretter, gibt es noch viele weitere wichtige Aufgaben, die ein Motorradhelm erledigen muss.

Die Auswahl an Motorradhelmen ist riesig. Welcher Helmtyp ist der richtige, welche Ausstattung sollte ein Helm haben? Wie stelle ich sicher, dass der Helm perfekt passt und keine Druckstellen hinterlässt? Und in welchen Preisregionen muss ich gucken? Auf all diese Fragen geht diese Motorradhelm Kaufberatung ein.

Helmtypen

Motorradhelme gibt es für diverse Einsatzbereiche und Anforderungen. Hier ein grober Überblick über die beliebtesten Helmtypen.

Integralhelm

Der klassische Integral oder Fullface Helm ist der am meisten verbreitete Helmtyp. Aerodynamisch, sowohl für Touring als auch für die Stadt und sportliche Fahrten geeignet.

Beispiel: Shoei Glamster

Klapphelm

Klapphelme sehen aus wie Integralhelme, haben meist die gleiche Ausstattung, lassen sich aber aufklappen. Praktisch bei Tankstops, Stop & Go Fahrten an heißen Tagen und beim Brille auf- und absetzen. Durch den Klappmechanismus sind Klapphelme etwas schwerer als Integralhelme.

Beispiel: Schuberth C4 Pro

Crosshelm

Crosshelme werden bei sportlichen Offroad-Fahrten eingesetzt. Sie sind ausgelegt auf maximale Belüftung und geringes Gewicht. Da sie kein Visier haben, trägt man dazu meist eine Crossbrille.

Beispiel: Klim F3

Endurohelm

Endurohelme sind eine Mischung aus Integral- und Crosshelm. Die Bauform ähnelt den von Crosshelmen, aber sie haben ein Visier. Sie kombinieren die positiven Eigenschaften eines Offroad-Helmes mit denen eines Integralhelmes. Ein guter Allrounder für lange Touren, bei denen auch mal auf unwegsames Gelände befahren wird.

Beispiel: Nexx X.Wed 2

Jethelm

Jethelme sind beliebt bei Rollerfahrern und eher für den Stadtverkehr geeignet. Sie haben keinen Kinnschutz und nur manchmal ein Visier. Sie bieten deutlich weniger Schutz als Integralhelme, sind aber leicht, luftig und bieten eine gute Übersicht.

Beispiel: Shoei J.O.

Material

Motorradhelmschalen bestehen meist aus Thermoplast oder Duroplast. Hier kurz zu den Vorteilen und Nachteilen dieser Materialien.

Thermoplast

Helmschalen aus Thermoplast werden im Spritzgussverfahren gefertigt. Dabei wird Kunststoffgranulat bei hohem Druck und Hitze in eine Form gespritzt. Dieses Verfahren wird meist bei günstigen Helmen angewendet, da die Produktionskosten im Vergleich zum Duroplast-Verfahren gering sind.

Thermoplast-Helme sind schlagfest und leicht. Um das Material vor Witterung und Verschleiß zu schützen, muss es noch mit einem UV- und Lösungsmittelbeständigen Lack geschützt werden.

Herstellernamen für Thermoplaste sind z.B. Polycarbonat und Polyamid.

Duroplast

Beim Duroplast-Helm wird die Helmschale aus Materialien wie Aramid (auch Kevlar genannt), Glasfaser (auch Fiberglas genannt) oder Kohlefaser (auch Carbon genannt) konstruiert. Dazu werden die Materialien in Form von Matten in einer Form ausgelegt und mittels Polyesterharz, Wärme und Druck verbunden.

Duroplast-Verbindungen sind extrem stabil und schlagfest. Sie sind UV-beständig und altern daher nicht so schnell. Außerdem sind sie widerstandsfähig gegen Lösungsmittel und Chemikalien.

Duroplast-Helme werden meist in Handarbeit hergestellt und sind daher teurer als Thermoplast-Helme. Die höhere Langlebigkeit gleicht dies aber etwas aus.

Ausstattung

Wer sich zum ersten Mal einen Motorradhelm kauft, sollte sich überlegen, welche Ausstattungen für ihn oder sie wichtig sind. Hier die Ausstattungen, die du beim Helmkauf beachten solltest. Als Beispiel dient hier mein Shoei GT-Air (ich habe den Helm vor dem Fotografieren nicht gereinigt, sorry).

Pinlock-Visier

Wenige Dinge beim Motorradfahren nerven so sehr wie ein ständig beschlagenes Visier. Das Visier beschlägt, wenn die warme Atemluft auf das kalte Visier trifft. Um das Beschlagen zu verhindern, wurde das Pinlock-Visier entwickelt.

Pinlock ist ein Visier mit Silikonfuge, die auf die Innenseite des Visiers gesteckt wird. Dadurch entsteht ein Doppelglas-Effekt, der ein Beschlagen stark reduziert oder komplett verhindert.

Pinlock-Visiere sind relativ kratzempfindlich und beim ersten Mal nicht ganz einfach zu montieren. Manche Hersteller montieren die Pinlock-Visiere ab Werk, andere legen es dem Helm bei. Hier muss man dann selber ran.

Im unteren Preissegment sind Pinlock-Visiere noch kein Standard. Teilweise haben aber schon günstig Helme eine sogenannte Pinlock-Vorbereitung. Das sind spezielle Plastiknupsis, an denen das Pinlock-Visier nachträglich montiert werden kann. Das kostet um die 30€.

 

Ein Pinlock-Visier

Sonnenblende

Viele Motorradhelme haben heutzutage eine eingebaute Sonnenblende. Praktisch für sonnige Tage und schnell wieder eingeklappt, wenn die Dämmerung einsetzt oder ein Tunnel durchfahren wird.

Arai verzichtet als einziger der großen Hersteller auf eine integrierte Sonnenblende. Arai glaubt, dass eine integrierte Sonnenblende die Integrität der Helmschale schwächt. Als Alternative bietet Arai ein zusätzliches Sonnenvisier, was auf das eigentliche Visier geschnallt wird. Dieses System heißt Arai Pro Shade.

Sportliche Helme verzichten ebenfalls meistens auf eine Sonnenblende. Hier verwendet man je nach Lichtverhältnissen am Renntag ein entsprechendes Visier. Durch den Verzicht auf eine Sonnenblende ist der Helm am Bereich um die Augenbrauen weniger dick. Das ermöglicht eine bessere Sicht bei gebückter Rennhaltung.

Eine Sonnenblende sollte nicht zu dunkel und nicht zu hell sein. Beachte, dass Sonnenblenden nicht Pinlock tauglich sind. An kalten, sonnigen Tagen, kann die Sonnenblende im Gegensatz zum Visier beschlagen. Das Visier leicht zu öffnen hilft in diesem Fall. Der Luftzug verhindert das Beschlagen.

Achte beim Kauf darauf, dass die ausgeklappte Sonnenblende nicht deine Nase oder Brille berührt.

Shoei GT Air Sonnenblende Hebel
Mit diesem Hebel klappe ich beim Shoei GT Air die Sonnenblende hoch und runter
Staubige Sonnenblende am Shoei GT Air

Belüftung

An heißen Sommertagen wünschst du dir eine gute Belüftung. Doch selber im Winter schätzen Brillenträger einen gute einstellbaren Luftstrom, um die Brille beschlagfrei zu halten.

Wie gut die Belüftung ist, wird man im Laden oder Wohnzimmer kaum testen können. Achte daher auf die Anzahl der Belüftungen und lies dir Erfahrungsberichte anderer Käufer durch. Die reine Anzahl der Belüftungen sagt leider nicht immer etwas über die Qualität der Belüftung aus.

Achte auch darauf, in welchen Einstellungen sich das Visier öffnen lässt. Ich finde es im Sommer angenehm, das Visier einen kleinen Spalt offen zu haben (siehe Bild). Bei manchen Helmen ist aber selbst die kleine Visieröffnung schon so groß, dass einen der Luftzug nervt.

Visierbelüftung

Achte auch darauf, wie fein sich die Belüftungsöffnungen einstellen lassen. Gibt es nur Belüftung ein und aus? Oder kann man den Luftstrom fein justieren?

Motorradhelm Belüftung
Belüftung an der Stirn
Motorradhelm Belüftung
Belüftungsausgang am Hinterkopf
Motorradhelm Belüftung
Kinnbelüftung (nur echt mit Insektenresten an die man kaum ran kommt)

Brillenkanal

Mein erstes Moped war eine Simson S51 Enduro. Ich bin damals sehr planlos zu Louis und habe mir den günstigsten Helm gekauft. Dessen Ausstattung ging gegen 0. Dass der Helm weder Sonnenblende noch einen Brillenkanal hatte, sollte ich noch bereuen.

Ein Brillenkanal ist eine Aussparung in der Polsterung des Helmes, die es erlaubt, Brillenbügel in den Helm zu schieben.

Wenn du Brillenträger bist oder zumindest vor hast, ab und zu mit Sonnenbrille zu fahren, achte auf den Brillenkanal. Wie immer gilt, ruhig 30 Minuten mit dem neuen Helm und deiner aufgesetzten Brille durch die Wohnung oder das Ladengeschäft laufen. Nur so merkst du, ob es auf Dauer unangenehm drückt.

Verschluss

Zu den meist-verbreiteten Verschlüssen gehören Doppel-D, Ratsche und Klickverschluss.

Doppel-D-Verschluss: Hier schiebt man den Riemen durch zwei D-förmige Ringe. Dieser Verschluss gilt als der sicherste. Bei richtiger Verwendung, ist ein Abziehen des Helmes während eines Sturzes extrem unwahrscheinlich. Im Rennsport wird ausschließlich auf Doppel-D-Verschlüsse gesetzt. Nicht jeder Motorradfahrer mag diesen Verschluss, da er etwas fummeliger zu verwenden ist, als die folgenden beiden Verschlüsse.

Ratschenverschluss: Hier schiebt man einen Zahnriemen in einen Verschluss. Das geht schnell und ist selbst mit Handschuhen zu schaffen. Mittel Hilfe einer Lasche öffnet man den Verschluss wieder. Da es vorkommen kann, dass man unbeabsichtigt an dieser Lasche zieht und damit den Helm bei der Fahrt öffnet, gilt dieser Verschluss als etwas weniger sicher als Doppel-D. Mein Shoei GT-Air hat aber einen Ratschenverschluss und mir ist das noch nie passiert.

Klickverschluss: Hier schiebt man einen Stecker in den Verschluss, ähnlich wie beim Gurt im Auto. Per Knopfdruck öffnet sich der Verschluss wieder.

Achte unabhängig vom Verschluss darauf, dass der Riemen gut gepolstert ist und nicht unangenehm am Kinn einschneidet.

Motorradhelm Verschluss
Ratschenverschluss am Shoei GT Air

Polster

Achte bei der Polsterung auf folgende Dinge. Wie angenehm ist die Polsterung auf der Haut? Ist die Polsterung herausnehmbar oder fest mit dem Helm verklebt? Ist die Polsterung waschbar?

Über die Zeit kann sich einiges an Schweiß und Dreck im Polster sammeln. Der Hygiene wegen, sollte es daher leicht zu reinigen sein. Falls der Helm nur zu 95% passt, kann man bei manchen (teuren) Helmen die Polster gegen dickere oder dünnere Polster austauschen. Dadurch lässt sich eine bessere Passform erzielen.

Wenn du vor hast, ein Intercom-System (Gegensprechanlage) zu verwenden, sollte das Polster entsprechende Aussparungen für die Lautsprecher haben. Ansonsten kann es zu schmerzhaften Druckstellen an den Ohren kommen.

Shoei Kopfpolster
Kopfpolster vom Shoei Neotec. Erhältlich in diversen Stärken.

Lautsprecher

Wenn du einen Gegensprechanlage verwenden möchtest, achte auf entsprechende Aussparungen an den Ohren. Hier können dann die Lautsprecher versenkt werden. Fehlt so eine Aussparung, könnten die Lautsprecher auf den Ohren drücken.

Farbe und Design

Motorradhelme gibt es in den tollsten Farben und Designs. Ich bevorzuge zurückhaltende, einfarbige Helmdesigns. Es gibt jedoch bei Motorradhelmen für jeden Geschmack die richtige Farbe oder das richtige Dekor.

Schrille Farben sind auf Grund der besseren Sichtbarkeit im Straßenverkehr zu empfehlen. Diesen Hinweis befolge ich mit meinem grauen Shoei GT-Air aber selber nicht.

Arai Concept-X
Arai Chaser-X

Die richtige Motorradhelm Passform

Die richtige Passform deines Helmes garantiert dir maximale Sicherheit und Komfort, auch bei ausgedehnten Touren. Ein nicht idealer Sitz wird dir rote Druckstellen und auf Dauer Kopfschmerzen bescheren. Wie ermittelt man also die richtige Passform?

Wie messe ich meinen Kopf?

Mit folgender Methode findest du theoretisch in wenigen Minuten die für dich passende Helmgröße. Die Methode hat jedoch einen entscheidenden Haken. Sie missachtet komplett die unterschiedlichen Kopfformen (oval, rund, länglich oval, flache Stirn, usw.). Sie ist also mit Vorsicht zu genießen, aber ein guter Startpunkt.

  1. Such dir jemanden, der deinen Kopf vermisst. Alleine funktioniert das nicht besonders gut.
  2. Nimm dir ein Maßband (Alternativ ein Band, Faden, Seil oder Kabel + Zollstock) und lege es an der breitesten Stelle um deinen Kopf. Das ist in etwa 1,5 cm über deinen Augenbrauen Miss an verschiedenen Stellen, der höchste Wert gewinnt.
  3. Die Zentimeterzahl entspricht den Größen der Helmhersteller.
  4. Bestell dir deinen Traumhelm in der entsprechenden Größe und werde glücklich. Oder…? Wenn du Glück hast, ja. Ich hatte dieses Glück nicht. Meine Kopfform bescherte mir einen dicken roten Druckpunkt auf der Stirn, obwohl der Helm vermeintlich passen sollte. Was bedeutet also die Kopfform für die Helmwahl?

Der richtige Motorradhelm für deine Kopfform

Wenn du deine Kopfform kennst, kannst du die Helmsuche gut eingrenzen. Köpfe werden grob in oval, rund und länglich oval eingeteilt. Wenn du z.B. einen länglichen Kopf hast, wird dir kein Helm passen, der für runde Köpfe konzipiert ist. Da ist es auch egal, dass die Zentimeterangabe deines Kopfumfangs eigentlich die richtige ist.

Stimmt die Kopfform nicht zur Helmform, kommt es schnell zu unangenehmen Druckstellen (z.B. ein roter Punkt auf der Stirn nach dem Absetzen).

Stimmt die Helmform so ungefähr mit deinem Kopf überein, kann man teilweise mit einer anderen Polsterung die Schwachstellen ausgleichen. Hier gibt es z.B. das Shoei Personal Fitting System (P.F.S) und den Anpassungsservice von Arai. Falls du Probleme hast, einen passenden Helm zu finden, frage bei den Herstellern nach, ob solch ein Service in deiner Nähe ist. Die beste Adresse dafür bei mir in Hamburg ist das Helmstudio Hamburg.

Motorradhelm Kopfform | Der Unterschied zwischen Helmen, über den niemand spricht

Wie wichtig die richtige Kopfform bei Motorradhelmen ist, habe ich erst spät herausgefunden. In den Geschäften war nie von Kopfformen die Rede. Amerika ist uns hier voraus. Auf amerikanischen Motorrad Seiten gibt es ausführliche Informationen und Testberichte über die verschiedenen Kopfformen von Helmen.

Wenn du deine Kopfform kennst (oval, rund, länglich oval) kannst du die Helmsuche gut eingrenzen. Solche Informationen fehlen in deutschen online shops leider völlig. Da muss sich dann auch niemand über hohe Rücksendequoten beschweren.

  • https://www.webbikeworld.com/motorcycle-helmet-reviews-by-internal-shape/
  • http://www.lidpicker.com/
  • https://www.revzilla.com (US Online Shop mit Kopfform-Angabe)
  • Arai gibt auf seiner US-Website die Kopfform an. Auf ihrer deutschen Seite nicht. Für mich komplett unverständlich.
revzilla.com sortiert die Helme nach Kopfform

So setzt du den Helm auf

Ziehe beide Seiten des Kinnriemens auseinander und ziehe den Helm über den Kopf. Starte dabei an der dicksten Stelle deines Kopfes. Das ist wahrscheinlich der Hinterkopf.

Wenn der Helm auf dem Kopf sitzt, kannst du überprüfen, ob er zu groß oder zu klein ist (oder ob er einfach die falsche Kopfform hat).

Wie erkenne ich, dass ein Helm gut passt?

Der perfekte Helm sitzt rundum fest auf deinem Kopf, ohne an manchen Stellen stärker zu drücken.

Die Ohren dürfen nicht eingequetscht sein. Zwischen Stirn und Helm muss noch minimal Platz sein (etwa die Spitze eines kleinen Fingers), wenn du den Helm von hinten nach vorne drückst.

Der Verschluss sollte verschlossen werden können, ohne das Kinn einzuquetschen oder zu locker zu sein.

Versuche dich auf Druckstellen zu konzentrieren. Lass dir Zeit.

Wenn du Brillenträger bist, überprüfe den Sitz der Brille. Die Bügel sollen nicht unbequem drücken.

Wann ist der Motorradhelm zu groß?

  • Lege eine Hand auf den Hinterkopf und drücke den Helm nach vorne. Wenn mehr als ein kleiner Finger gerade so zwischen deine Stirn und Helm passt, ist der Helm zu groß.
  • Halte den Helm mit beiden Händen fest und wackele mich dem Kopf. Wenn du den Kopf trotzdem relativ gut im Helm bewegen kannst, ist der Helm zu groß.
  • Verschließe den Verschluss und versuche den Helm vom Kopf zu ziehen. Der Helm darf sich nicht vom Kopf ziehen lassen.

Wann ist der Motorradhelm zu klein?

  • Lege eine Hand auf den Hinterkopf und drücke den Helm nach vorne. Wenn nichtmal die Spitze deines kleinen Fingers zwischen Stirn und Helm passt, ist der Helm zu klein.
  • Wenn du starke Druckstellen spürst, ist der Helm zu klein. Der Helm soll fest auf dem Kopf sitzen, aber keine Schmerzen verursachen.
  • Wenn du nach dem Absetzen große, rote Druckstellen siehst, ist der Helm zu klein. Nach langen Ausfahrten ist es okay, wenn man einen leichten Helmabdruck sieht. Nach 30 Sekunden tragen sollte das aber noch nicht der Fall sei.
  • Hast du das Gefühl, dass dein Sichtfeld extrem eingeschränkt ist? Dann ist der Helm wahrscheinlich zu klein.
  • Schaffst du es kaum, den Verschluss zu schließen? Dann ist der Helm zu eng.

Welche Größe soll ich nehmen, wenn ich zwischen zwei Größen liege?

Wenn du beim Motorradhelm zwischen zwei Größen liegst, entscheide dich zunächst für die kleinere Größe. Wenn diese doch zu unbequem ist, kannst du versuchen, die größere Größe zu nehmen und gegebenenfalls aufzupolstern. Finde vorher raus, ob es für deinen Helm Polster in verschiedenen Stärken gibt.

Wie lange sollte ich einen neuen Motorradhelm probetragen?

Trage den Helm so lange wie möglich in deiner Wohnung oder im Geschäft, bevor du dich zum Kauf entscheidest. Nach wenigen Minuten kann man die Passform noch nicht abschließend beurteilen. Lass dir also Zeit.

Setz dich vor den PC oder Fernseher, lies ein Buch, guck dir die anderen tollen Klamotten im Geschäft an. Hauptsache du verbringst genug Zeit mit dem Helm auf dem Kopf, solange du ihn noch zurück geben kannst.

Wenn der Helm überhaupt nicht passt, wirst du das schon nach wenigen Minuten merken. Aber wir wollen herausfinden, ob der Helm zwar vermeintlich passt, aber auf Dauer doch drückt. Trage den Helm also nach Möglichkeit 30 Minuten oder länger probe.

Motorradhelm Test

Was macht einen guten Motorradhelm Test aus? Bei einem Motorradhelm Test müssen folgende Faktoren berücksichtigt werden.

  • Wie ist die Sicherheitsausrüstung? ECE R 2205 Norm, Verschluss, Notfall-Entfernung der Polster,…
  • Wie ist die Passform? Dieser Aspekt ist sehr individuell, selber anprobieren ist durch keinen Test zu ersetzen.
  • Wie ist die Materialqualität?
  • Welche Ausstattung hat der Helm? Belüftung, Polster herausnehmbar und waschbar, Pinlock-Vorbereitung, Pinlock-Scheibe im Lieferumfang, Sonnenvisier, Vorbereitung für Kopfhörer, Brillenkanal vorhanden,…
  • Wie schlägt sich der Helm bei einem Crash? Dieser Teil vom Test ist leider für die meisten Tester schwer zu machen. Echte Crashtests sind aufwendig und teuer. Hier müssen sich Tester oft auf die Norm und die Angaben der Hersteller verlassen.

Wieviel muss ein Motorradhelm kosten?

Motorradhelme, die moderne Sicherheitsanforderungen (ECE R 2205 Norm) entsprechen, gibt es bereits für unter 100€. Wer mehr Geld ausgeben möchte, bekommt dafür oft bessere Materialien, noch mehr Schutz, weniger Gewicht, mehr Ausrüstung (Pinlock-Visier, austauschbare Polster, besser Belüftung), mehr Schalengrößen und schöneres Design.

Einfarbige Helme sind günstiger als Helme mit aufwendigem Dekor. Wer keine Lust auf extravagante Designs hat, kann hier also Geld sparen.

Günstige Helme haben meist nur 1-2 verschiedene Schalengrößen. Dadurch kann ein Helm in Größe M von außen genauso groß aussehen, wie in Größe XL. Die richtige Passform wird hier durch unterschiedlich dicke Polsterung erreicht. Teure Helme hingegen bieten oft für jede Helmgröße eine eigene Schale an. Dadurch hat man bei kleineren Größen nicht so eine riesen Murmel auf dem Kopf.

Welche Motorradhelm Hersteller kann man bedenkenlos kaufen?

Mit den großen Motorradhelm-Herstellern macht man in Sachen Sicherheit und Qualität nix falsch. Auch die Hausmarken der großen Motorradshops (Louis, Polo und Co) entsprechen allen gängigen Sicherheitsanforderungen.

Shoei, Schuberth und Arai gehören zu den Premium-Herstellern. Weitere empfehlenswerte Hersteller sind z.B. Shark, Scorpion, Nolan, Nexx, HJC, AGV, X-lite, Bell, Klim, Fox, Airoh und Hedon.

Wann sollte ich meinen alten Motorradhelm gegen einen neuen tauschen?

Man sollte seinen Motorradhelm nach 5 bis 7 Jahren wechseln. Dabei ist der Zustand und die Häufigkeit der Nutzung nicht entscheidend. Auch wenn dir der Helm nie runtergefallen ist und makellos aussieht, muss nach dieser Zeit ein neuer Helm her. Entscheidend ist nämlich die Materialermüdung.

Auch wenig benutzte Motorradhelme verschleißen. Durch hohe Temperaturen und UV-Licht verändert sich die Stabilität des Styropors. Dadurch verliert der Helm teilweise seine schützende Dämpfungsfunktion.

Nach einem Unfall sollte man seinen Motorradhelm grundsätzlich austauschen. Selbst bei einem Sturz vom Lenker oder der Sitzbank wird ein Austausch des Helmes empfohlen.

Sind Motorradhelme wasserdicht?

Ja, normalerweise sind Motorradhelme wasserdicht. Trotzdem kann es vorkommen, dass bei nicht perfekt abschließenden Visierdichtungen oder schlecht konstruierten Lüftungsöffnungen Wasser in den Helm gelangt.

Wenn du bei Regenfahrten Probleme mit eindringendem Wasser hast, kontrolliere wie gut das Visier abschließt. Eventuell ist die Dichtung porös oder das Visier nicht richtig montiert.

Bei einem meiner Helme war nach einem Sturz (nur der Helm, nicht ich) das Visier minimal verzogen. Der Helm musste eh ausgetauscht werden, aber hier wäre bei Regen wahrscheinlich Wasser eingetreten.

Ben
Ben
Auf Riderstyle stelle ich meine persönlichen Highlights aus der Welt der Motorrad Kleidung vor.

2 Antworten

  1. Danke für die nützlichen Hinweise, die sich von vergleichbaren Testseiten deutlich absetzen. Sehr gefreut hat mich der Hinweis auf das helmstudio hamburg, das click&collect anbietet und eine Quasi-Anprobe ermöglicht. Aber auch Ihre Informationen zur Kopfform leuchtet vollkommen ein und es ist kaum nachvollziehbar, warum ich hier zum ersten mal davon lese.
    Vielen Dank dafür.

    Zu Shirts und Jeans möchte ich umgekehrterweise die BSMC Bike Shed Resistant und Protective Jeans und Overshirt empfehlen, kürzlich bestellt und vollkommen überzeugt (gerade auch im Vergleich anderer Hersteller). Vielleicht interessant für Dich – seit dem BREXIT allerdings mit 19% belegt und damit ungesund verteuert.

    So long
    Martin

    1. Freut mich, dass die Infos hilfreich sind 🙂 Meinen aktuellen Shoei NXR habe ich auch per click & collect beim Helmstudio gekauft. Danke für den Hinweis mit den BSMC Klamotten. Der Brexit hat leider so einige interessante Produkte aus UK teurer gemacht.

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